Gerdur 1994-2017
In den frühen Morgenstunden des 2. Novembers 2017 mussten wir Gerdur leider von ihrem Leiden erlösen. Gerdur erkrankte am 1. November 2017 an einer Kolik, die wir trotz mehreren Behandlungen durch den Tierarzt und Aufenthalt in der Tierklinik nicht in den Griff bekamen.
Eben war Gerdur noch gesund und fit und von einem Moment auf den anderen todkrank. Dass wir ihr nicht mehr helfen konnten, war brutal und traf uns sehr hart. Es war ein riesiger Schock und ein unglaublich schwerer Verlust für uns. Sie so unerwartet loslassen zu müssen, tat enorm weh.
Gerdur war eine treue Seele und ein unglaublich sensibles Therapiepferd. Sie hatte eine Engelsgeduld und gab ihren Reitern ein Gefühl von Sicherheit, Nähe und Geborgenheit. Ihr Einfühlungsvermögen für die Menschen war riesig. Sie holte die Menschen da ab, wo sie standen und spürte genau, was sie brauchten. Egal ob beim Putzen, Führen, Longieren, Freispringen oder Reiten. In den Therapielektionen war sie fleissig und immer voll dabei. Sie war zuverlässig und verlässlich, verstand es zu trösten, war nie aufdringlich sondern einfach nur da. Sie liebte die Arbeit mit den Kindern. Oft las sie ihren Klienten den Wunsch von den Augen ab und hob zum Beispiel das Bein an, bevor der Klient ihr das Kommando dafür geben konnte. Gerdur war eine stille Schafferin und bewahrte auch bei schwierigen Einsätzen immer die Nerven.
Unvergessen sind auch die unglaublich schönen Ausritte mit ihr, wenn man mit ihr in einem wunderbaren, taktklaren Tölt, mit einer Leichtigkeit und wackelnden Ohren durch den Wald flitzten konnte. Im Galopp wollte sie immer die Vorderste sein. Sie lehrte den Reiter, los zu lassen und zu atmen.
Gerdur konnte ihre zweibeinigen Mitarbeiter aber auch «testen». So legte sie manchmal bei geübten Reitern den «Rückwärtsgang» ein und nahm sie nicht wirklich ernst. Oder sie brauchte von der Weide zurück eine Extraeinladung. Konnte die Pferdeführerin Gerdur nicht überzeugen vorwärts zu gehen, verfiel sie in einen sehr gemütlichen Schritt.
In der Herde war Gerdur viel mit Samson, Gaukur oder Calvin zusammen. Sie war ein ruhender Pol und verstand sich mit allen gut. Sie liebte es mit ihren vierbeinigen Freunden Fellpflege zu machen oder zufrieden nebeneinander zu dösen.
Wir sind dankbar, so viele schöne, unvergessliche Erlebnisse und friedvolle Momente mit Gerdur erlebt zu haben. Sie war einzigartig.
Sie bleibt unvergessen und wir vermissen sie sehr.
Gerdur von Ursula Röthlisberger, Langenthal
Es Rössli sanft, weich und grau
Uf em Therapiehof im Stau
Isch plötzlich nümme da
Sie het üs eifach so verla
E grossi Truurigkeit isch über aui Rössli cho
D’Ryter, sSchwandteam, eifach aui – niemer chas verstoh
Gerdur,
Du hesch üs gspürt, hesch Wärmi, Vertroue und Hoffnig üs gä
U mir hei ganz enorm viu vo Dir dörfe näh
Mir säge Härzensdank und wünsche Dir e wunderschöni Zyt im Rössli-Himmu
I Gedanke gseh mir Di dervo trabe, über grüeni Matte, zäme mit eme schöne Schimmu




